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„Ich möchte meine letzte Saison toppen“


Andreas Sander im Interview: „Ich möchte meine letzte Saison toppen“.


Gütersloh, 24. November 2021. Am Freitagabend um 20:00 Uhr startet mit der Abfahrt im kanadischen Lake Louise der erste Weltcup der alpinen Speedfahrer. Bevor im Februar 2022 in Yanqing (CHN) die Olympia-Medaillen vergeben werden, stehen 14 spannende
Speed-Weltcup-Rennen an. Nach einer konstanten, überwiegend von Verletzungen befreiten, letzten Saison spricht der 32-jährige Vize-Weltmeister im Interview über den Saisonstart, Oylmpia und den Zusammenhalt im Team.


Herr Sander, Sie gehen erstmals als Vize-Weltmeister der Abfahrt in die neue Saison. Ist die Erwartungshaltung deshalb größer als in den Jahren zuvor?


Klar, der Erwartungsdruck ist etwas größer, aber den macht man sich zum Teil selbst. Natürlich möchte ich immer besser werden und habe dementsprechend im Sommertraining Gas gegeben. Vor allem aber möchte ich wieder gut in die Saison starten und habe eine riesige Vorfreude auf die neue Saison.


In der Vorbereitung sind Sie viel unterwegs und sehen teilweise Ihre Teamkollegen häufiger als Ihre Familie. Trotz zahlreicher verletzungsbedingter Rückschläge haben Sie es als Team in der Vergangenheit auch immer wieder geschafft, sehr gute Ergebnisse
einzufahren. Wie schaffen Sie es, dass Sie sich gegenseitig motivieren, um immer wieder zu glänzen?


Wir sind ganz schön viel unterwegs und jeder Athlet hatte auf seine eigene Weise schon Rückschlage durch Verletzungen. Auch wenn es ein Einzelsport ist, haben wir in den letzten Jahren viel am Teamzusammenhalt gearbeitet. Durch das gegenseitige Messen im Training steigt die Motivation. Da wir trotz so mancher Rückschläge schon viele Erfolge hatten, wissen wir, dass das der richtige Weg ist und somit die größte Motivation. Wir sind einfach eine super Truppe, die zusammenhält.


Im Gegensatz zum letzten Jahr ist der Weltcup-Auftakt dieses Jahr wieder in Nordamerika. Ein ungewohntes oder vertrautes Gefühl?

Der Weltcup ist dieses Jahr recht klein, was ein vertrautes Gefühl ist. Wir starten klassisch in Lake Louis in die Speed Saison und sind dieses Jahr sogar alle in einem Hotel untergebracht. Das ist einmalig. Es ist sehr schön, alle wieder zu sehen und daher freue mich sehr, wieder in Lake Louis zu sein.


Diese Weltcup-Saison ist auch eine Olympia-Saison. Was haben Sie sich für die anstehende Saison und speziell die Olympischen Spiele vorgenommen?

Olympia ändert nichts an meinem generellen Vorhaben: Ich möchte meine letzte Saison toppen. Damit meine ich nicht zwingend eine Gold-Medialle oder einen Sieg, sondern konstant in Top-10 oder Top-5 fahren. Wir haben mit sechs Speedrennen extrem viele Rennen in den nächsten zehn Tagen, daher liegt der volle Fokus darauf, von Rennen zu Rennen zu arbeiten. An die Olypmischen Spiele denke ich im Moment noch gar nicht und konzentriere mich auf das Hier und Jetzt und auf das nächste Rennen.


Trotzdem noch kurz zu Olympia: Sie wissen nicht wirklich, was in Peking auf Sie zukommt. Die Strecken konnten nicht von den Weltcup-Fahrern getestet werden, da der geplante Weltcup ausgefallen ist. Was wissen Sie bisher von den Strecken?


Von Peking weiß man noch nicht viel, das stimmt. Es gab ein kurzes Video, indem die Strecke und eine Drohne zu sehen war, die über die Abfahrtstrecke fährt. Wovon ich ausgehe, ist, dass es sehr kalt und trocken mit aggressiven Schnee werden wird. Vermutlich ähnlich wie
bei den letzten Olympischen Spielen in Südkorea. Aber ich möchte mich noch gar nicht mit der Strecke befassen. Niemand kennt die Strecke, also wird es für alle die gleiche Herausforderung. Wenn es soweit ist, lasse ich mich gerne überraschen.


Nun zum Saisonstart: An den ersten beiden Wochenenden stehen bereits sechs Rennen an, also ein Drittel der Saison. Steigt dadurch der Druck?


Der Druck steigt eher nicht. Natürlich möchte ich gut in die Saison starten und bin optimistisch, da ich ein gutes und konstantes Sommertraining hatte. Mittlerweile kenne ich meinen Körper bestens und kann ihn gut einschätzen.


Wenn Sie sich entscheiden müssten, lieber Ihren ersten Weltcup-Sieg oder eine Olympia-Medaille?


Das ist eine schwierige Frage. Der erste Weltcup-Sieg wäre ein Traum, aber eine Olympia-Medaille nochmal etwas ganz Anderes. Beides wäre fraglos sensationell und da möchte ich mich jetzt gar nicht entscheiden.

Sie sind zum ersten Mal als NRW Sportler des Jahres nominiert. Macht Sie das stolz? Wie ist die Verbindung in die Heimat?

Mich hat es sehr überrascht, aber ich habe auch große Konkurrenz und erwarte dementsprechend auch nicht viel. Trotzdem macht es einen sehr stolz. Es ist sehr schön, dass meine Karriere auch aus meiner Heimat so intensiv verfolgt wird, da meine Verbindung dahin weiterhin sehr stark ist. Meine ganze Familie lebt ja auch immer noch im Ennepetal.

Herr Sander, vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für die Saison!

©livewelt

DSV-Stars trainieren mit Ski-Nachwuchs

Die WM-Stars aus Cortina d’Ampezzo absolvierten am Samstag, den 17.7.2021, einen gemeinsamen Trainingswettkampf mit Kindern aus ihrem jeweiligen Skiclub. Hintergrund dieser Aktion ist die pandemiebedingte Zwangspause der Nachwuchsfahrer*innen in der vergangenen Saison. Die Kinder der U10-Klasse und jünger konnten im vergangenen Winter weder im Schnee trainieren noch Rennen absolvieren.

„Mit dieser Sommer-Aktion wollen unsere Top-Sportler*innen die Kinder motivieren, Rückstände aufzuholen, und ein Zeichen für das Engagement und das Leben in den Skiclubs setzen“, sagte Wolfgang Maier, DSV-Sportvorstand Alpin. „Darüber hinaus ist es uns ein Anliegen, die Bedeutung des Standorts Garmisch-Partenkirchen mit seinen jährlichen Weltcup-Rennen zu unterstreichen und auf die Bewerbung als Austragungsort der FIS Alpinen Skiweltmeisterschaften 2027 hinzuweisen.“

Nicht nur die acht- bis zehnjährigen Skiclub-Kids waren mit großem Engagement bei der Sache. Auch die Aktiven um die Medaillengewinner Kira Weidle, Andrea Filser, Lena Dürr, Romed Baumann, Andreas Sander, Linus Straßer, Stefan Luitz, und Alexander Schmid gaben alles, um den Geschicklichkeits- und Konditionswettkampf für ihr Team zu entscheiden. Sebastian Holzmann, Josef Ferstl, Simon Jocher komplettieren die WM-Mannschaft von Cortina d’Ampezzo. Dominik Schwaiger, der verletzungsbedingt nicht an dem Wettkampf teilnehmen konnte, ließ es sich nicht nehmen sein Skiclubkind Benedikt Punz vom WSV Königssee persönlich nach Garmisch-Partenkirchen zu bringen. Für den Wettkampf stand dann kein geringerer als Mannschaftskollege und Weltcup-Abfahrer Manuel Schmid bereit. „Logisch hab ich zugesagt, als Dominik mich gefragt habe“, sagt Manuel Schmid. „Der Bub hat sich so auf den Wettkampf gefreut und dafür sogar ein dreitägige Fußballsichtung abgesagt, da kann man gar nicht nein sagen.“

Henri beim Interview

Die längste Anreise nach Garmisch-Partenkirchen hatte Henri Püttmann, der an der Hand von Andreas Sander ins Stadion einlief. Der zehn Jahre alte Nachwuchsfahrer startet für die SG Ennepetal und war überglücklich, dabeigewesen zu sein: „Das war megacool. Zusammen mit Andi, meinem großen Vorbild – auch wenn es nicht für das Podest gereicht hat!“

„Cooles Format“, attestierte auch Sieger Romed Baumann stellvertretend für alle Teilnehmer. „Herausfordernde Übungen, zusammen mit einem Kind aus dem eigenen Skiclub, da kommt bei allen der Ehrgeiz durch. Wir haben alles gegeben, verdient gewonnen und sind happy, dass es nach der Siegerehrung nur noch Sieger gab.“

In der Tat waren alle drei Stationen des Parcours gespickt mit skispezifischen Übungen und Herausforderungen für Groß und Klein. Um Schnelligkeit und Geschicklichkeit ging es an der ersten Station, bei Nummer zwei wurde vor allem die Teamarbeit auf die Probe gestellt. Über den Gesamtsieg entschied schließlich Station Nummer drei mit einem zeitversetzten Massenstart.

Nach der offiziellen Siegerehrung (Platz 1 Romed Baumann, Platz 2 Kira Weidle, Platz 3 Sebastian Holzmann mit ihren Skiclub-ParterInnen) machte DSV-Sportvorstand Wolfgang Maier alle Kinder zu Gewinnern dieses Tages, indem er sie zu einem Besuch bei einem der vier geplanten Weltcup-Rennen in Garmisch-Partenkirchen im kommenden Winter einlud. Dazu gehört dann auch ein Abstecher in das DSV-Teamhotel „Riessersee“, inklusive Blick hinter die Kulissen, sowie einer Fahrt im Pistenbully, organisiert vom gleichnamigen DSV-Partner. Ein weiteres Präsent stellte zum Abschluss DSV-Ausrüster JAKO zur Verfügung: Shirt und Hose, die originale DSV-Bekleidung der Nationalmannschaft, durften die jungen Wettkämpfer in ihrer Größe mit nach Hause nehmen.

Stimmen zum Trainingswettkampf:

Romed Baumann, Tagessieger
„Es war ein richtig cooler Tag. Es war schön, nach einem so schwierigen Jahr wieder so viele Kinder aktiv zu sehen. Meine eigenen Kinder haben selbst erleben müssen, wie wenig auf Vereinsebene möglich war. Auch wenn heute nur wenige Kinder dabei sein konnten, bleibt die Botschaft bestehen: Der DSV steht hinter den Vereinen und ist drauf und dran, die Kinder wieder zum Sport zu bringen. Es ist cool, wenn man Teil so einer Aktion sein kann und in den Gesichtern aller Teilnehmer, egal ob Kinder oder Aktive, hat man gesehen, wie viel Spaß es gemacht hat.“

Kira Weidle/Andreas Sander, WM-Silbermedaillengewinner*innen
„Es ist uns ein großes Anliegen, die Kinder für unseren Sport zu motivieren“, sagt Silbermedaillengewinnerin Kira Weidle vom SC Starnberg. Andreas Sander von der SG Ennepetal ergänzt: „Mit dem gemeinsamen Kondi-Wettkampf wollen wir den Fokus auf die Generation lenken, die in der Pandemie am meisten gelitten hat. Wir wollen ein Zeichen setzen für das Engagement und das Leben in den Skiclubs.“

Wolfgang Maier, DSV-Sportvorstand Alpin/Ski Cross/Freeski
„Wir haben den Wettkampf ganz bewusst an unserem Standort Garmisch-Partenkirchen organisiert“, sagt DSV-Vorstand Alpin, Wolfgang Maier. „Zum einen ist die Marktgemeinde traditionell jährlicher Austragungsort von Weltcup-Rennen beider Geschlechter. Zum anderen bewirbt sich der Deutsche Skiverband mit seinem Austragungsort Garmisch-Partenkirchen für die FIS Alpinen Skiweltmeisterschaften 2027. Mit dieser Aktion wollen wir den Skinachwuchs aus ganz Deutschland nach Garmisch-Partenkirchen holen und damit den Stellenwert des Standortes unterstreichen. Darüber hinaus wollen wir ein Zeichen für das Engagement und das Leben in den Skiclubs setzen. Wir wollen diese Generationen motivieren, die Rückstände aufzuholen.“

Wir bedanken uns für die Unterstützung bei den verantwortlichen Trainern, den vielen Helfern, insbesondere des DSV-Trainingsstützpunkts Garmisch-Partenkirchen unter der Leitung von Markus Anwander, sowie den DSV-Sponsoren und -Partnern JAKO, Pistenbully und unserem Partnerhotel Riessersee.

Quelle Text: Deutscher Skiverband

Quelle Bilder: Jörg Püttmann

Andi an der Andi-Hütte

Andi Sander trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein

Gut zwei Monate nach seinem grandiosen Vize-Weltmeister-Titel ist Andi Sander in seine Heimat Ennepetal gekommen.

Ohne Corona wär die Skihütte bestimmt aus alle Nähten geplatz – so mußte der Empfang Coronabedingt kleiner ausfallen. Bei strahlendem Sonnenschein waren einige Gäste, der WDR und viele weitere Kameras vor Ort.

Mitglieder des SG Ennepetal und auch aktive Rennkids lauschten gespannt den Worten der Bürgermeisterin Imke Heymann und sahen zu, wie sich Andi Sander in das Goldene Buch seiner Heimatstadt eintrug.

Jörg Püttmann „überreichte“ ihm eine Nachbildung seiner gewonnenen Medaille mit über einem Meter Durchmesser.

Nachdem die Reporter all ihre Fragen losgeworden sind, gab es noch etwas ganz besonderes: funkelnde und leuchtende Kinderaugen, als Andi Sander ihnen Skihelme, Jacken, Rennanzüge und anderes signierte. Andi Sander nahm sich viel Zeit für die Kids und bei all den unvergesslichen Eindrücken, die er in den letzten Monaten erleben durfte, hat er heute auch jungen Nachwuchssportlern unvergessliche Momente bereitet.

Mit seiner Familie, Freunden, Bekannten genoss Andi Sander, der mit seiner Frau und den beiden Kindern in Ennepetal ist, die Sonne und die tolle Atmosphäre vor der Andi Hütte bevor er seinen Besuch in Ennepetal mit seiner Familie in kleinerem Rahmen fortsetzte

Andi Sander Silber bei der Ski WM 2021

2020/21 eine geschichtsträchtige Saison, nicht nur weil es die erste Skisaison unter Coronabedingungen ist, sondern auch weil es die erste Saison mit einem Vizeweltmeister aus Ennepetal ist.

Nach einem vielversprechenden Start in die Saison mit mehreren Top 10 Platzierungen fieberte die gesamte Skigemeinschaft bei jedem Rennen mit und hoffte, dass es für Andi endlich mit einem verdienten Platz auf dem Stockerl klappt.

Wie es in der Aktuellen Stunde am 14.02.2021 hieß: „Auf die Ski-WM schauen wir eher selten, weil für Leute aus dem Westen es in der Regel nichts zu ernten gibt“.

Das man jedoch auch aus dem Westen hier was ernten kann zeigt uns Andi bei seiner Abfahrt.

Im ORF Sprecher moderierte den Start mit den folgenden Worten: „Der ist für mich ein ganz gefährlicher Außenseiter. Der ist für mich die Kira Weidle bei den Herren. Dem Burschen kannst Du heut‘ alles zutrauen…“

Wie Recht er haben sollte zeigte sich 1:37.89 später. Mit 0,01 Sekunden oder umgerechnet 27cm Rückstand auf den Erstplatzierten Vicent Kriechmayr und fast 4,5m Vorsprung auf Beat Feuz sicherte sich Andi seinen ersten Stockerlplatz, gleich mit einem Vize-Weltmeister Titel.

Nach 20 Jahren ist Andi damit der erste Deutsche der es wieder schafft sich in einer Herren-Abfahrt eine WM-Medaille zu sichern. Als letzter Deutscher konnte sich Florian Eckert 2001 bei der Ski-WM in St. Anton die Bronzemedaille in der Herrenabfahrt sicher.

Wir gratulieren unserem Vize-Weltmeister.

Ein ganz besonderer Danke an Andi der sich für unsere Webseite um Fotos gekümmert hat sowie Sammy Minkoff der uns dankenswerter Weise einige Fotos zur Nutzung überlassen hat.

Skiclubmitglieder bejubelten den Sieg an der Andihütte:

Einige externe Link zu Berichten

WDR – Silber-Sander: Heimatverein Ennepetal feiert Vize-Weltmeister

Sportschau – Silbergewinner Andreas Sander – 13 Jahre Warten aufs Podest

Sportschau – Sander geht aufs Ganze und holt dritte Silbermedaille für den DSV

Ich bin bereit für Kitzbühel!

Am 22.01.2021 geht die Saison für die Alpinen Speed-Fahrer weiter. Nach der Absage der Rennen in Wengen stehen in Kitzbühel zwei Abfahrten und ein Super G auf dem Programm.

Ein paar Einblicke wie Andreas Sander den Jahreswechsel verbracht hat, wie zufrieden er mit dem Saisonstart ist gibt Andi im nachfolgenden Interview:

Hallo Andi, ein frohes Neues Jahr wünsche ich dir erst einmal! Wie bist du in das neue Jahr gekommen?

„Ja, vielen Dank. Nach der intensiven Woche in Bormio mit dem anspruchsvollen Super G und der dann folgenden Abfahrt habe ich die Zeit mit der Familie und die Ruhe übers neue Jahr genossen. In diesem Zuge möchte ich mich auch noch einmal bei meiner Familie, meinen Partnern und Sponsoren sowie bei meinem gesamten Team und Management für die Unterstützung im vergangenen Jahr bedanken.“

Du hast es schon angesprochen: In Bormio standen „zwischen den Jahren“ ein Super-G und eine Abfahrt auf dem Wettkampfprogramm. Wie zufrieden bist du mit deinen Leistungen dort?

„Mit dem Super-G Ergebnis war ich nicht zufrieden. Ich habe mich etwas vertan in meiner technischen Abstimmung, da bin ich leider sehr sensibel, und ich muss lernen, dass ich es während der Rennen besser umstimmen kann. Kurz vor dem Ziel hatte ich einen Fehler, der mich einige Plätze gekostet hat. Deshalb bin ich insgesamt zufrieden, dass es noch für den 20. Platz im Super-G und in der Abfahrt dann für den 19. Platz gereicht hat. Es waren keine optimalen Leistungen, gerade im Super-G wäre deutlich mehr möglich gewesen, aber in Bormio habe ich mich schon oft schwergetan. Ich nehme die Platzierungen mit und hoffe auf einen erfolgreicheren Januar.“

Zurückblickend auf den Saisonstart mit einer TOP-5 und zwei weiteren TOP-10 Platzierungen, wie bewertest du deine ersten Rennen?

Der gute Saisonstart in Val-d’Isère kam für mich insoweit etwas überraschend, da ich nach dem schlechten Abfahrtstraining dort erst nicht zurechtgekommen bin. Trotzdem habe ich mich nicht aus dem Konzept bringen lassen. Wir haben in beiden Rennen perfektes Material bekommen, unser Service-Mann hat einen Top Job geleistet. Die zwei Top-10 Platzierungen bestätigten somit die guten Eindrücke in den Trainings davor in den USA und Österreich. Der 5. Platz im Super-G in Gröden war dann nochmal eine Steigerung und auch mit dem 16. Platz in der Abfahrt war ich zufrieden. Aufgrund meiner hohen Startnummer war es bei den Bedingungen schwer, noch viel weiter nach vorne zu kommen. Insgesamt waren die ersten beiden Wochenenden aber grandios und der Saisonstart hätte nicht viel besser laufen können.“

Zwischen Bormio und Wengen sind normal zweieinhalb Wochen Pause. Durch die Verlegung von Wengen nach Kitzbühel war es eine Woche länger. Wie trainierst du in der Zeit und wie bereitest du dich auf die nächsten Rennen vor?

Zwischen Bormio und Wengen gibt es für uns Speed-Fahrer zum Glück immer diese Pause. Die ist für uns wichtig, um sich körperlich zu erholen und die ein oder andere Konditionseinheit einzuschieben. Man muss immer den schmalen Grat zwischen trainieren und nicht zu viel zu trainieren finden, da der Januar bis zur WM sehr intensiv ist. Mein Plan sah so aus: Zwei Tage Riesenslalom und Technik-Training in Österreich/Hinterreit, danach in Garmisch drei Tage Speed-Training – zweimal Super-G und einmal Abfahrt. Dieser Trainingsblock über fünf Tage ist für mich eine effiziente Einheit. Die kleinen technischen Fehler, die sich in Bormio eingeschlichen haben, konnte ich kompensieren und kann jetzt mit einer stabilen Technik in die Januar-Rennen starten. Daneben ist aber trotzdem das primäre Ziel, sich körperlich zu erholen und bereit für die nächsten fünf Wochen zu sein.“

Wo siehst du bei dir persönlich im Moment noch den größten Steigerungsbedarf?

„Ich trainiere gut, aber setze es noch nicht zu hundert Prozent im Wettkampf um. Der nächste Schritt ist, dass es mir gelingt, mich hier zu verbessern. Ich bin jemand, der sich von Rennen zu Rennen und über die Saison steigert und da bin ich mir auch sicher, dass das diese Saison wieder passiert.“

Ohne Wengen, dafür dreimal Kitzbühel. Was fasziniert dich an diesen Rennen?

Wengen ist ein absolutes Highlight von der Landschaft her. Man fährt mit einem Zug hoch auf den Berg – das ist einmalig – und außerdem ist Wengen eine sehr alte, historische Abfahrt. Es ist natürlich sehr schade, dass wir dort kurzfristig nicht fahren können. Normalerweise hebt sich bei diesen beiden Rennen die Stimmung der Zuschauer im Vergleich zu den anderen Weltcup-Rennen auch noch einmal ab, dieses Jahr leider nicht. Die Motivation ist aber natürlich in allen Rennen hoch. Das schöne ist, alle Strecken im Ski Weltcup sind verschieden und das macht meinen Job spannend.“

Was nimmst du mit für die weitere Saison? Das erste Ziel, die Qualifikation für die Weltmeisterschaft, hast du ja bereits erreicht.

„Das war natürlich erstmal das kleinste Ziel. Wenn ich es nicht geschafft hätte, mich für die WM zu qualifizieren, dann wäre es eine traurige Saison gewesen. Letztes Jahr lief es wegen des Kreuzbandrisses nicht so gut, deswegen habe ich mir für diese Saison natürlich mehr vorgenommen und möchte das ein oder andere bessere Ergebnis fahren. Es ist weiterhin mein Ziel, konstanter in die Top-10 zu fahren. Meine Taktik bleibt aber erstmal wie immer: Ich nehme mir keine Platzierungen vor und die Ergebnisse kommen von alleine – locker bleiben, Spaß haben und kompromissloser werden. Ich werde den Weg so weitergehen, wie die Saison begonnen hat, und dabei auf meine gute Januar- und Februar-Form bauen.“